»Zeit für mich und Zeit für dich« Fabio Volo
# Das Zitat
»Meine blühende Phantasie hat mir im Leben schon oft geholfen, aber unter bestimmten Umständen ist sie einfach niederschmetternd.«
# Der Inhalt
Zwei große Themen hat Ich-Erzähler Lorenzo in seinem Leben: Die Beziehung zu seinem Vater und die Liebe zu Federica, die nach dem zweiten Versuch gescheitert scheint. Lorenzo ist ein etwa 40 Jahre alter Werbetexter, gut im Job, hat feine Freunde. Im Verlauf des Romans reflektiert er seine Vergangenheit. Sein Vater ist seine Kindheit und Jugend hindurch emotional nicht für ihn verfügbar, wie sehr er sich auch bemüht. Erst eine schwere Krankheit bringt die beiden einander endlich näher – aber ist es zu spät? Lorenzos große Liebe Federica verlässt ihn in dem Moment, als er bekennt, sich noch nicht reif für die Vaterrolle zu fühlen.
# Die Form
Während das Leben voranschreitet, reflektiert Lorenzo erzählend rückwärtsgewandt sich und seine Reise ins innere Ich. Wir erfahren Umstände, Randnotizen des Lebens, scheinbare Nebensächlichkeiten und tiefgründiges Sinnieren über die Familie und das Sein. Lorenzo erzählt als Ich-Erzähler sein Leben nach und gewinnt aus Reflexionen über die Vergangenheit Erkenntnisse über die Gegenwart und sein gegenwärtiges Ich.
# Mein Fazit
Nachdem ich den letzten Satz gelesen hatte, blätterte ich hektisch weiter und wieder zurück: WIE? Zu Ende? Ich war fast ein bisschen böse. Als sich die erste Empörung gesetzt hat, dachte ich aber: Ja. So ist es richtig.
Im Laufe des Lesens gewinnt man diesen chaotischen Neurotiker richtig lieb und gönnt ihm von Herzen nur das Beste. Ich mag gar nicht mehr darüber schreiben, ich empfehle die eigene Lektüre dieses Romans. Herzerwärmend, witzig und einfach sympathisch. »Zeit für mich und Zeit für dich« ist perfekt geeignet, um auf einer längeren Zugfahrt oder einem Flug in einem Rutsch durchgelesen zu werden.
Claudia Stieglmayr
»Zeit für mich und Zeit für dich« von Fabio Volo
Taschenbuch, Diogenes Verlag
272 Seiten
28. Mai 2014, 14,90 Euro
978-3-257-24292-8
